Sammlungsdigitalisierung und Standardentwicklung – Bestände aus kolonialen Kontexten der Staatsbibliothek zu Berlin (1800–1919)

Sammlungsdigitalisierung und Standardentwicklung – Bestände aus kolonialen Kontexten der Staatsbibliothek zu Berlin (1800–1919)

Das Projekt

Bibliotheken haben koloniales Wissen gesammelt, geordnet und verbreitet. Ihre Bestände sind deshalb wichtige Quellen für die Erforschung des Kolonialismus – und zugleich Zeugnisse ihrer eigenen kolonialen Verflechtungen. Hier setzt das Projekt „Sammlungsdigitalisierung und Standardentwicklung – Bestände aus kolonialen Kontexten der Staatsbibliothek zu Berlin (1800–1919)“ an. Aufbauend auf dem Vorprojekt IN_CONTEXT verbindet es die Digitalisierung historischer Quellen mit der Entwicklung von Empfehlungen für deren ethisch verantwortungsvolle Bereitstellung.

Im Mittelpunkt stehen rund 10.000 Bände aus den Jahren 1800 bis 1919, darunter ethnologische und staatswissenschaftliche Veröffentlichungen sowie Missions- und Verwaltungsliteratur. Die Werke beziehen sich auf verschiedene Weltregionen und spiegeln überwiegend die Perspektiven europäischer Kolonialmächte wider. Sie sollen digitalisiert, im Volltext erschlossen und dauerhaft frei zugänglich gemacht werden. Damit entsteht eine breite, mehrsprachige Quellengrundlage für die kritische Auseinandersetzung mit kolonialer Geschichte.

Die digitale Bereitstellung dieser Materialien erfordert einen sensiblen Umgang mit ihren Inhalten und Entstehungszusammenhängen. Gemeinsam mit (internationalen) Partner das Projekt deshalb Praxisempfehlungen, wie diese Materialien angemessen zur Verfügung gestellt werden können.

Ziele

  • Historische Quellen zugänglich machen: Rund 10.000 Bände aus kolonialen Kontexten digitalisieren, im Volltext erschließen und dauerhaft im Open Access bereitstellen.
  • Forschung ermöglichen: Eine mehrsprachige Quellengrundlage für die Erforschung des europäischen Kolonialismus und seiner globalen Verflechtungen schaffen – auch für die Arbeit mit digitalen Analysemethoden.
  • Ethische Standards diskutieren: Auf Workshops und Konferenzen einen verantwortungsvollen Umgang mit sensiblen Materialien diskutieren.
  • Kontextualisierung und Beteiligung stärken: Gemeinsam mit Partner und Kontextinformationen zu den digitalisierten Werken zur Verfügung stellen (Digital Cultural Heritage Datasets).
  • Grundlagen für weitere Vorhaben schaffen: Künftige Digitalisierungsprojekte und den späteren Aufbau einer offenen virtuellen Forschungsumgebung vorbereiten.

Projektdaten

Projektbeginn: Februar 2026

Laufzeit: 36 Monate

Gefördert durch:

Aktuelles

5. ILAB Symposium 2026

Ausstellung im Kulturwerk der Stabi